1. Gōtokuji: Heimat der Winkekatzen
Während der Edo-Zeit (1603-1868) war der Gōtokuji der Familientempel des Ii-Clans. Bis heute bewahrt er sich die historische Eleganz des feudalen Japans – doch trotz der wunderschönen Hallen und Kulturschätze ist er für etwas anderes berühmt: Es heißt, der Feudalherr Ii Naotaka war auf dem Heimweg, als eine Katze ihn mit einer winkenden Bewegung auf das Tempelgelände lockte und damit vor einem Blitzschlag bewahrte. Aus Dankbarkeit ließ Ii den Tempel 1633 restaurieren und widmete seiner Lebensretterin einen kleinen Altar, an dem heutzutage unzählige Winkekatzen, oder maneki neko, aufgestellt sind. Reisende aus Japan und aller Welt beten am Gōtokuji für Glück und Wohlstand.

2. Tsukiji Hongwanji: Architektonisches Juwel
Tsukiji war einst Standort des größten Fischmarkts der Welt. Nach dessen Umzug nach Toyosu ist die imposanteste Sehenswürdigkeit des Viertels der Tsukiji Hongwanji. Vor allem aus architektonischer Sicht ist dieser Tempel ein Wunderwerk: Der Architekt Itō Chūta ließ sich von der antiken buddhistischen Bauweise aus Indien und anderen Ländern Asiens inspirieren. Das rundliche Dach erinnert an das Blatt des heiligen Bodhi-Baumes, im Inneren befindet sich ein Fenster aus Buntglas – Details, die man in anderen Tempeln nicht entdecken wird. Wir empfehlen einen Besuch am Morgen: Im Café Tsumugi wird ein leckeres, aus 18 kleinen Gerichten bestehendes Frühstück serviert.

3. Asahi Inari-Schrein: Versteckt im Luxusviertel
Der nur wenige Meter breite Asahi Inari-Schrein im Luxus- und Modeviertel Ginza sieht von außen kleiner aus als er tatsächlich ist – man muss eben erst in den Fahrstuhl steigen. Der Schrein blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück, doch wurde er nach wiederholter Zerstörung durch Erdbeben, Überflutungen und Bombenangriffen erst in den 1980ern an seinem kuriosen Standort eröffnet. Die heilige Stätte teilt sich diesen (das Daiko Asahi Building) mit normalen Büros und Geschäften. Im 1. und 2. Stock befinden sich die Gebetshallen, während das Hauptheiligtum auf dem Dach steht.

4. Arakura Fuji Sengen: Japans berühmteste Ansicht
Sicher haben Sie die fünfstöckige Pagode mit Aussicht auf den Fuji schon einmal gesehen. Doch viele wissen nicht, wie dieser Ort heißt und wo er sich befindet: Als Teil des Arakura Fuji Sengen-Schreins erhebt sich die Chūreitō-Pagode nur 10 Minuten vom Bahnhof Shimoyoshida entfernt. Der Schrein stammt aus dem 8. Jh. und ist Konohanasakuya gewidmet, der Schutzgöttin des Fuji. Während der Kirschblütenzeit im Frühling und im Spätherbst ist die Stätte eine äußerst beliebte Touristenattraktion. Auch der malerische Kawaguchi-See ist nicht weit, sodass sich ein Ausflug besonders für Naturfreunde lohnt.

5. Risshakuji: In die Berge
Wer die Tempelanlage des Risshakuji in Nordjapan erkunden möchte, sollte sich gut überlegen, ob man die 1.000 Stufen des steilen Berghanges hinauf schafft. Belohnt wird die kleine Tortur mit spektakulären Ansichten auf den Gipfel sowie auf das umliegende Gebirge. Der yamadera („Bergtempel“) genannte Risshakuji ist ein historisches Nationalgut, das kostbare Schätze beherbergt. Sogar der berühmte Haiku-Dichter Matsuo Bashō ließ sich hier zu seinem wohl berühmtesten Gedicht inspirieren. In der Konponchūdō-Haupthalle brennt die „Ewige Flamme des Buddhismus“ angeblich durchgehend seit der Tempelgründung im 9. Jh.

6. Otagi Nenbutsuji: Wo Religion auf Kunst trifft
Die Kaiserstadt Kyōto ist weltberühmt für ihre herrlichen Tempel. Doch auf der Suche nach den versteckten Schätzen der Stadt sollte man sich in den Westen wagen. Der im 8. Jh. gegründete Otagi Nenbutsuji-Tempel ist Heimat von 1.200 Steinstatuen, sogenannte rakan, den Schülern des Buddha. Was sie besonders macht, sind ihre kunstvollen Gesichter – keines gleicht dem anderen. Gefertigt wurden sie, mithilfe hunderter Schüler und Freiwilliger, vom Bildhauer und Mönch Nishimura Kōchō in den 80er und 90er Jahren. Jede Statue ist ein einzigartiges Kunstwerk und Ausdruck ihres Erschaffers.

7. Sakurai-Schrein: Glück in der Ehe
Den Futamigaura-Strand der Halbinsel Itoshima schätzt man für zauberhafte Sonnenuntergänge und natürliche Schönheit – doch besonders jene, die nach Glück in der Ehe und der Partnerfindung streben, sollten die Reise dorthin wagen. Der Sakurai-Schrein ist dem Götterpaar Izanagi und Izanami gewidmet, die dem japanischen Gründungsmythos zufolge das Land Japan erschaffen haben. Das schneeweiße torii-Tor steht direkt am Wasser und offenbart den Blick auf die sogenannten meoto iwa, „verheiratete Felsen“, die durch ein heiliges shimenawa-Seil verbunden sind. Sie stehen für die innige Verbindung der beiden Götter und damit auch für Liebe und eine glückliche Ehe.

8. Amano Iwato-Schrein: Der Sonnengöttin nahe
Die Sonnengöttin Amaterasu ist die wichtigste Gottheit des Shintōismus. Sie personifiziert das Licht, die Sonne und gilt als Begründerin des japanischen Kaiserhauses – und der Legende nach verärgerte ihr rabiater Bruder Susanoo sie so sehr, dass sie sich in einer Höhle einsperrte. Als die Welt in Dunkelheit versank, veranstalteten die anderen Götter eine obszöne Feier vor der Höhle, um sie herauszulocken. Jener Ort befindet sich in der Amano Iwato-Höhle in Takachiho, selbst Schauplatz zahlreicher Legenden der japanischen Mythologie. Der gleichnamige, nahegelegene Schrein ist Amaterasu gewidmet sowie ein bekannter Power Spot.

9. Kumano Nachi Taisha: Heilige Pilgerstätte
Auf den berühmten Kumano Kodō-Pilgerweg verirren sich meist nur eifrige Wanderer und hingebungsvolle Pilger. Dabei beeindruckt die gesamte Region mit wunderschöner Natur und extravaganten Sehenswürdigkeiten. Der Höhepunkt des Ausflugs ist der leuchtend rote Kumano Nachi Taisha, der am Hang des Nachi-Berges thront. Dort werfen Reisende den Blick auf die dreistöckige Pagode des benachbarten Seigantoji-Tempels sowie auf den mit 133 m höchsten Wasserfall Japans. Der Schrein ist den zwölf Gottheiten von Kumano und der Schutzgottheit des Wasserfalls gewidmet.

10. Daishizan Seidaiji: Ein Tempel der Moderne
Der Seidaiji-Tempel – nicht weit von Japans führendem Dinosaurier-Museum entfernt – ist wahrlich ein Tempel der Superlative: Nach dem Vorbild des berühmten Todaiji-Tempels in Nara (mit 22 h Gelände nur noch viel größer), wurde er in den 1980ern von einem örtlichen Geschäftsmann errichtet. In der Haupthalle steht eine 17 m hohe Bronzestatue des Großen Buddha, auch Echizen Daibutsu genannt. Echizen wurde einst die Provinz genannt, die heute die Präfektur Fukui umfasst. Die Buddha-Statue wird flankiert von kleineren Bodhisattva-Statuen, die Wände von tausenden weiteren Figuren geschmückt. Die 75 m hohe fünfstöckige Pagode zählt zu den höchsten des Landes.

11. Motonosumi-Schrein: 123 Tore zum Meer
Als 1955 ein Fischer in einem Traum von einem weißen Fuchs aufgefordert wurde, ihm einen Schrein zu bauen, tat er wie geheißen. Er errichtete einen kleinen Altar am Japanischen Meer und widmete diesen dem Reisgott Inari, der weiße Füchse als Boten und Begleiter zu nutzen weiß. So lautet die Entstehungsgeschichte des malerischen Motonosumi-Schrein. Weit weg von den Großstädten führen 123 rote torii-Schreintore einen Abhang hinunter zur von hohen Klippen und tosenden Wellen umgebenen Küste. Jedes dieser torii wurde in den 80ern und 90ern gespendet.

12. Ōuo-Schrein: Zu Ehren eines Fisches
Der Legende nach wollten vor über 300 Jahren die Bewohner des heutigen Bezirks Tara einen korrupten Statthalter loswerden. Unter dem Vorwand einer Feier füllten sie ihn mit Alkohol ab und ließen ihn dann betrunken auf der nahegelegenen Insel Okinoshima zurück, damit er in der einsetzenden Flut ertrinkt. Der Statthalter geriet ihn Panik und betete zu den Meeresgöttern – daraufhin erschien ein riesiger Fisch, auf dessen Rücken der Mann ans sichere Ufer schwamm. Aus Dankbarkeit benannte er einen Schrein nach dem Fisch und ließ ein torii-Schreintor etwa 200 m vom Ufer entfernt im Wasser errichten. Seither wird am Ōuo-Schrein (wörtlich „großer Fisch“) für gute Überfahrten und Fischfänge gebetet. Mittlerweile gehören zu dieser eindrucksvollen religiösen Stätte drei Schreintore, die bei Flut teilweise unter Wasser stehen und damit für unglaubliche Ansichten sorgen.

13. Senkōji: Mit Blick aufs Meer
Die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit der Hafenstadt Onomichi ist der Senkōji-Tempel: Gegründet im Jahre 806 vom legendären buddhistischen Mönch Kōbō Daishi, befindet sich diese ikonische Stätte in 144 m Höhe auf dem Senkōji-Berg und bietet einen wahrlich atemberaubenden Blick auf die Stadt, den Hafen sowie das Seto-Binnenmeer. Der weitläufige Tempel ist der Teil eines gleichnamigen Parks, der u. a. auch für seinen „Pfad der Literatur“ bekannt ist; ein gemütlicher Weg den Berg hinunter, entlang dessen sich 25 Steine befinden, in die die Gedanken berühmter Dichter und Schriftsteller eingraviert sind. Mit der Seilbahn erreicht man den Berggipfel in weniger als fünf Minuten – aber auch zu Fuß ist der Auf- und Abstieg eine Empfehlung, führt der Weg nämlich durch die steilen, verwinkelten Gassen der Altstadt, die am Berghang gebaut wurde.

14. Izumo Taisha: Heiligtum des Shintō
Auch Izumo Oyashiro genannt, gehört dieser Schrein zu den größten und bedeutendsten des Shintoismus. Der Legende nach beherbergt er die Gottheit Ōkuninushi, die neben der Sonnengöttin Amaterasu und ihrem Bruder Susanoo eine zentrale Rolle in der japanischen Mythologie einnimmt. Die Geschichte des Schreins reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück, wird er doch bereits in Japans ältester Chronik, dem Kojiki aus dem Jahre 712, erwähnt. Das massive shimenawa-Seil, ein heiliges Strohseil, das die Welt der Menschen und die der Götter voneinander trennt, zählt zu seinen markanten Attraktionen. Die Menschen beten hier gerne für gute Beziehungen und Romantik.

15. Byōdōin: Tee und Phönix
Der vielleicht berühmteste Tempel auf dieser Liste ist der Byōdōin in Uji – eine Stadt nahe Kyōto, die vor allem für hochwertigen Grüntee berühmt ist. Der Tempel wurde 1053 im Auftrag von Fujiwara no Yorimichi erbaut. Besonders bekannt ist die “Phoenix-Halle” (Hōō-dō), die auf der Rückseite von zwei großen stilisierten Phoenix-Vögeln geschmückt wird. Die Halle ist von einem idyllischen Teich umgeben, was den Eindruck erweckt, dass sie auf dem Wasser schwebt. Der Byōdōin ist nicht nur UNESCO-Weltkulturerbe, sondern ziert auch die Rückseite der 10 Yen-Münze.

Kommentare